Grünkohlwanderung des Heimatverein Vorsfelde

Zwanzig Personen waren der Einladung des Heimatvereins Vorsfelde gefolgt und informierten sich im Rahmen einer Wanderung über Natur- und Artenschutz im Stadtgebiet. So ist Am Grünen Jäger ein Lebensraum mit Hecken, Wiesen und Bäumen entstanden, der durch eine Wildblumenfläche und offene Bodenareale ergänzt werden soll. “Der Geschäftsbereich Grün arbeitet eng mit Naturschutzverbänden zusammen, um die Artenvielfalt zu fördern”, erläuterte Rita Deiders,Naturschutzbeauftragte des Heimatvereins.

Ein “Trittstein” im Biotopverbund ist die Streuobstwiese in der Bürgerkämpe sowie Altholzhecken zwischen den Wohnhäusern. Anwohner haben für Nisthilfen, Futter- und Wasserstellen für ihre tierischen Nachbarn gesorgt. Reger Flugverkehr und ein vielstimmiges Vogelkonzert unterstrich die Wirksamkeit der Maßnahmen.

Am Alten Teich erwartete Tanja Wagenländer die Gruppe. Bei Tee und Schmalzbroten aus dem Bollerwagen berichtete sie anschaulich von ihrer Tätigkeit im “Komitee gegen Vogelmord” und ihrem Einsatz für Amphibien. Diese sind an der stark befahrenen Straße “Am Fuhrenkamp” während der Laichzeit extrem gefährdet.

Zunächst allein, dann mit  dem NABU habe sie Knoblauchkröten, Kamm- und Teichmolche und etlichen Froscharten über den “Promilleweg” geholfen und gezählt. Leider sei nach der Entschlammung die Moorfroschpopulation stark dezimiert, die Naturschützer hoffen auf Erholung. Ringelnattern fühlen sich ebenfalls wohl im Gebiet, das vom NABU betreut wird.

Weiter ging es durch den Wald, begleitet vom Klopfen der Spechte, die sich in alten Bäumen Höhlen gezimmert haben. “Auch der Waldkauz ist hier zu Haus”, wies Tanja Wagenländer auf die Lebensraumansprüche hin. Der Neue Teich ist ein Refugium für Reiher, Kormoran, Gänse und Enten. Angebliche Probleme durch zuviel Graugänse ließen sich durch Uferbepflanzung regeln. Karl-Heinz Babbe freute sich über Schwalbenbrutplätze  an Wohnhäusern und regte an, weitere geeignete Standorte zu suchen.

Nach einem herzlichen Dank an Tanja Wagenländer marschierte die Gruppe heimwärts. “Jetzt gehe ich mit einem anderen Blick durch Feld und Wald”, meinte Hannelore Werthmann und Reinhold Wagner zog als Fazit die Erkenntnis: “Manchmal ist es besser, nichts zu tun und der Natur ihren Lauf zu lassen. Erspart Aufregung und Kosten!”

Nach soviel Bewegung an frischer Luft schmeckte der Grünkohl mit deftigen Beilagen im Vorsfelder Hof besonders gut. Die Mahlzeit wurde gewürzt mit Erfahrungs- und Meinungsaustausch. Jörg Blüm und Rita Deiders vom Heimatverein versprachen weitere Naturschutzaktionen. “Im April setzen wir die “Schwalben willkommen”-Kampagne mit dem NABU fort und zeigen eine Ausstellung im Rathaus Wolfsburg.”