Heimatbund Calberlah – 70 Jahre Gemeinschaft Calberlah im Verband Wohneigentum

Heimatbund Calberlah – 70 Jahre Gemeinschaft Calberlah im Verband Wohneigentum

Nach dem 2. Weltkrieg war die Wohnungsnot in Deutschland groß. Durch die günstige Lage des Ortes Calberlah an der Bahnlinie Hannover–Berlin, mit einem Bahnhof und dem VW-Werk als Arbeitgeber in der Nähe, war hier Bauland gefragt. Die Gemeinde Calberlah unter Bürgermeister Karl Otte gab schließlich auch Fläche zum Bauen frei. So kurz nach dem verheerenden Krieg war die Nachfrage danach zwar groß, aber Geld und Baumaterial waren hingegen knapp. Diebstahl und auch oft fehlendes Wissen bereiteten den Bauherren Schwierigkeiten. Die Gründung der damaligen „Siedlergemeinschaft Calberlah“ ist dann auch auf den Wunsch der Bauherren nach Unterstützung und Beratung zurückzuführen. Die Absichtserklärung zur Gründung einer Siedlergemeinschaft in Calberlah erfolgte bereits im April 1955, die offizielle Gründung dann am 17. Dezember 1955.

Der Verband Wohneigentum Niedersachsen e.V. in seiner heutigen Namensgebung ist vielen noch unter der alten Bezeichnung „Deutscher Siedlerbund“ bekannt. Aus der bereits 1919 gegründeten „Freie Arbeitsgemeinschaft für Kriegersiedlungen e.V. Sitz Dresden“, wurde im Jahre 1933 der „Deutsche Siedlerbund e.V. Sitz Dresden“. Bereits zwei Jahre später, im November 1935, verlegte man den Sitz nach Berlin und fortan lautete die Verbandsbezeichnung „Deutscher Siedlerbund e. V.“. Dieser Verband wurde vom damaligen Reichs- und Preußischen Arbeitsministerium als alleiniger Zusammenschluss der Klein- und Eigenheimsiedler anerkannt, mit dem Ziel der Betreuung und Wirtschaftsberatung.

Mit der deutschen Kapitulation brach auch der Deutsche Siedlerbund zusammen, Geschäftsstellen existierten nicht mehr und Vereinsstrukturen waren nicht mehr vorhanden. Bemerkenswert war, dass sich in Niedersachsen schon bald wieder neue Vereinsstrukturen bildeten. Nach Genehmigung durch die britische Besatzungsmacht entstand in dieser Region der Landesverband Südhannover-Braunschweig.

Nach dem Kriegsende gab es bereits im Jahr 1946 Bestrebungen, wieder eine neue Verbandszeitschrift herauszugeben. Gescheitert ist das Vorhaben zunächst einmal an Papiermangel, aus dem gleichen Grund konnten auch Mitgliedsbücher nicht angefertigt werden. Im Jahr 1948 erschien „Der Siedler“, das erste Exemplar der neuen, unabhängigen Siedlerzeitschrift. Es folgte bereits 1954 eine Umbenennung in „Der Siedler-Berater“, heute heißt die Zeitschrift „Familienheim und Garten“. Berichtet wird darin über Themen rund um das Wohneigentum und den Garten.

In Calberlah übernahm 1955 Johannes Schiefer als erster die Betreuung der neuen Gemeinschaft und leitete diese bis 1959. In den Bereichen der Bahnhofstraße, Görlitzer Straße, Rosenweg und Tulpenweg wurde in dieser Zeit gebaut, später kamen neue Baugebiete hinzu. Viele der damaligen neuen Eigenheimbesitzer waren auch Mitglieder der Siedlergemeinschaft Calberlah.

Heimatbund Calberlah, Karsten Karwehl

 

 

Heimatbund Calberlah

Bahnhofstr. 9 38547 Calberlah