Heimatbund Calberlah – Der Traum vom Eigenheim mit Garten

Eigenes Gemüse auf kleinem Raum anbauen, Teil 1

Vielerorts entstehen neue Baugebiete, oft ist Grundstücksgröße wegen der hohen Immobilienpreise dabei begrenzt. Steht das Eigenheim erst einmal, ist neben dem Rasen als Spielfläche für die Kinder oft kein Platz mehr für ein Gemüsebeet vorhanden. Dabei steht eine gesunde Ernährung für die Familie bei den Häuslebauern hoch im Kurs. Eigenes Gemüse anzubauen ist trotz fehlender Fläche dennoch möglich, dafür steht eine Vielzahl von Möglichkeiten bereit.

Die Nachhaltigkeit zählt

Der Klassiker sind die Hochbeete. Es gibt sie in Stein, Beton, Metall, Kunststoff und Holz. Sie ermöglichen durch ihre Höhe ein ergonomisches Arbeiten. Durch einen sonnigen Standort und mit einer Abdeckung aus transparenter Folie lässt sich die Erntezeit sogar verlängern. Werden wetterfeste Rollen unter die Hochbeete geschraubt, sind diese schnell zur Seite geschoben. Etwa beim Grillfest mit den Kumpels vom Fußball oder beim Kindergeburtstag schafft diese Mobilität schnell Platz. Befüllt werden können Hochbeete, der Nachhaltig wegen, mit Schnittresten aus dem eigenen Ziergarten und – falls vorhanden – mit eigenem Kompost, oben drauf eine Schicht mit guter Pflanzerde. Bei dieser Mischung wird jede Menge gebundener Stickstoff freigesetzt, ein Turbo für Gemüsekulturen wie Zucchini, Paprika oder auch die allseits beliebten eigenen Tomaten.

Selber machen geht auch, am besten mit den Kindern zusammen

Platz sparen kann man auch mit Pflanztürmen. Selber machen oder kaufen, beides funktioniert und dabei sind der Fantasie fast keine Grenzen gesetzt. Nachhaltig sind eigene Konstruktionen mit Restbeständen aus der Bauzeit des Eigenheimes. Estrichmatten zum Beispiel, zum Zylinder geformt und innen mit einer Kokosmatte bespannt. Sie werden mit Pflanzerde befüllt und können dann seitlich mit Pflanzen bestückt werden. Der Durchmesser des Pflanzturmes sollte 70 cm nicht überschreiten, durch den Druck der Erdmasse droht ansonsten Instabilität. Vorher muss noch ein Schlauch zur Tropfbewässerung mit eingesetzt werden, idealerweise in Form einer Spirale etwa 5 cm vom Rand entfernt. Obacht beim Wasserbedarf der einzelnen Gewächse, die durstigen Gewächse kommen in den unteren Teil, andere mit weniger Wasserbedarf können im oberen Stockwerk einziehen.

Für den Balkon oder die Terrasse

Die Nähe zur Küche macht den Balkon oder die Terrasse zum bevorzugten Standort für den Anbau von Küchenkräutern. Auf kleinem Raum ist der Anbau von Schnittsalat und Schnittlauch in Blumenkästen möglich, auch in aufgeschnittenen Getränkeflaschen funktioniert es gut mit allen möglichen Küchenkräutern. Bei den lieben Kleinen sind Naschfrüchte angesagt, Snackpaprikas, Erdbeeren und Cherrytomaten bieten sich für Blumenkübel und Balkonkästen an. In Pflanztaschen oder auch in Pflanzsäcken können eigene Kartoffeln, Möhren oder Kohlrabi gezogen werden. Pflanztaschen müssen nicht unbedingt gekauft werden, nachhaltig sind auch stabile Einkaufstaschen aus Altbeständen im Haushalt.

Ernteglück

Die alten Paletten vom Bau muss man nicht gleich abschreiben. An der Wand aufgestellt, lassen sich damit ganze Salatbeete anlegen, auch Kräuterbeete für die Kinder zum Experimentieren bieten sich an. Bitte dabei die Befestigung nicht vergessen und wer nicht immer Zeit zum Gießen mit der Gießkanne hat, kann seine Pflänzchen mit Wasser aus dem Tropfschlauch glücklich machen. Das funktioniert auch aus der Regentonne heraus mit einer Stromversorgung über Solar. Fertige Systeme für die Hauswand gibt es auch im Handel zu erwerben. Beim selbst gebauten Paletten Beet können passende Pflanzbehälter in die Zwischenräume eingesetzt werden, statt gekauften Behältern ist auch Teichfolie dafür gut geeignet.

Weitere Anregungen folgen.

Heimatbund Calberlah, Karsten Karwehl