Heimatbund Calberlah – Eltern und Kinder schützen Igel

Der Bau ist fertig und der Einzug abgeschlossen, endlich geschafft. Das Haus steht nun und die Kinder freuen sich mit den Eltern über den eigenen Wohnraum, nun fehlt nur noch der Garten. Soll dieser auch dem Nachwuchs Freude machen, empfiehlt sich die Anlage in Form eines naturnahen Gartens. Diese Form der Gartenkultur nützt dem Artenschutz und eröffnet unseren Lieben eine Fülle von Möglichkeiten zum Beobachten und zum selber ausprobieren.

Nehmen Sie etwas Abstand von dem Gedanken eines „aufgeräumten“ Gartens. Im Haus gelten Sauberkeit und Ordnung durchaus als Tugend, in der Natur hingegen machen Sie damit vieles falsch. Obwohl ökologisch gesehen zwar sehr wertvoll, muss aber auch nicht gleich eine verwilderte Fläche entstehen, dass wäre wohl für viele nicht denkbar. Ein Kompromiss zwischen dem Erholungswunsch der Eltern, dem Experimentiergeist der Kinder und dem Artenschutz wäre eine gute Lösung. Die Gartengäste Igel & Co. danken es dem vorausschauenden Eigenheimbesitzer mit der Inbesitznahme des „Kinder-Erlebnis-Gartens“ auf ihre ganz eigene Weise.

Unsere Kleinen sind unser größtes Gut. Eltern können sich mit ihnen zusammen eine gemeinsame und wertvolle Zeit schaffen, bauen Sie zusammen Vogelhäuser, Insektenhotels, Igelparadiese und beobachten Sie zusammen die erwachende Natur im Frühling. Sorgen Sie dafür, dass Igel, Käfer und Kröten einen Laub- oder Holzhaufen als Unterschlupf vorfinden können. Vögel lieben liegengelassenes Fallobst, Samenstände von Zierpflanzen oder auch hängengebliebene Trauben vom eigenen Wein an der Hauswand. Insekten hingegen lieben hohle Stämme in Bäumen oder Stängeln.

Der Superstar unter den Gartenbewohnern ist bei unseren Lieben ein stachelige Geselle, der Igel. Aber ihm geht es schlecht. Durch sterile Gärten und verlorenen Lebensraum hat er es schwer, dazu gesellt sich noch der Nahrungsmangel durch den immer weiter fortschreitenden Insektenschwund. Aber damit leider noch nicht genug. Wenn Mähroboter in der Nacht über den Rasen fahren, werden wandernde Igel schwer verletzt. Abhilfe schafft hier eine Programmierung außerhalb der dunklen Stunden. Und Achtung, Schneckenkorn bedeutet das Ende für den kleinen Freund. Aufwendiger als der Verzicht auf Schneckenkorn ist schon die Pflanzenauswahl im eigenen Garten, auch sie beeinflusst das Nahrungsangebot für das kleine Stacheltier. Die einfache Gleichung kann hier lauten: Einheimischen Gehölzen folgen Insekten, auf Insekten folgt der Igel. Lassen Sie sich deswegen bitte vor dem Bepflanzen ihres Gartens beraten, der Heimatbund Calberlah unterstützt dabei auch gerne.

Letztlich ist der Klimawandel ein großes Problem. Durch die warmen Temperaturen in der Winterruhe des Igels erwacht dieser und verbraucht dann viel Energie – wo er doch eigentlich ab November im Energiesparmodus schlafen müsste. Keine guten Aussichten, leider. Bemerken Sie einen Igel während der Winterruhe im Garten, gilt es erst einmal die Ruhe zu bewahren. Stellen Sie ihm einen Snackteller mit Katzenfutter und eine Schale Wasser zur Verfügung, er wird sich daran satt fressen und verzieht sich bei fallenden Temperaturen wieder in sein Versteck um dann ab März/April wieder auf der Bildfläche zu erscheinen. Der Snackteller steht besser im Garten als am Weg oder auf der Terrasse, manchmal erbrechen Igel ihre reichliche Mahlzeit auch gleich wieder. Zusammen mit den Kindern lässt sich auch gut ein Eigenheim für den Herrn Stachelig bauen, Anleitungen dafür gibt es reichlich im Internet anzuschauen. Wählen Sie als Standort für das Igelhaus einen ruhigen, etwas abseits gelegenen Platz auf ihrem Grundstück.

Heimatbund Calberlah, Karsten Karwehl