Schottergärten – Freud oder Leid? Heimatbund Calberlah berät Gartenbesitzer

Für die einen sind sie die Zierde ihres Vorgartens und dazu pflegeleicht. Für andere sind es Steinwüsten, alles andere als umweltfreundlich. Bei Schottersteinen im Garten scheiden sich oft die Geister. Das eigene „Stückle“ grün machen – der Heimatbund Calberlah unterstützt dabei gerne mit Beratung.

Der Gesetzgeber stellt es jedoch klar. Die Niedersächsische Bauordnung lässt nur kleine Steinflächen gelten, die Vegetation soll bei der Gestaltung von Flächen überwiegen. Werden Vorgärten in Steinwüsten verwandelt, kann die Bauaufsichtsbehörde einschreiten. Nun mit dem erhobenen Zeigefinger auf die Steinbeete zu zeigen ist einfach, Alternativen aufzeigen – besser.

Die Hausbesitzer haben sich beim Anlegen ihrer Flächen viele Gedanken gemacht und ihre eigenen Vorstellungen mit viel Elan und Arbeit umgesetzt, oft nicht ganz preiswert obendrein. Besonders ältere Menschen legen hohen Wert auf die als pflegeleicht angepriesenen Flächen. Denn um weiterhin allein ihr Grundstück bewirtschaften zu können, werden Schottergärten als will kommende Alternative angesehen.

Pflegeleicht sind sie aber nur auf den ersten Blick, auch auf solchen Flächen siedeln sich Unkräuter an. Moos und Laub hält sich hartnäckig zwischen den Steinen. Schottergärten, nicht zu verwechseln mit den traditionellen Steingärten, heizen sich im Sommer stark auf. Probieren Sie es selber einmal aus. Stellen Sie sich im Sommer auf ein Steinbeet und dann auf ein Blumenbeet mit Obstbäumen und Ziersträuchern. Was für ein Unterschied! Die unter der Steinschicht ausgelegte Plane lässt kein Tier-und Pflanzenleben zu, es sind biologisch tote Flächen. Zudem kann Regenwasser schlecht versickern, der Wasserabfluss bereitet weitere Probleme.

In Corona Zeiten hat sich auch durch die erzwungene Ruhe ein Trend entwickelt, hin zum eigenen grünen Garten mit Insektenfreundlichen Blühstreifen, Gemüse und Obstbäumen. Ganz nebenbei leistet so mancher dabei seinen Beitrag zum Klima-und Artenschutz, direkt vor der eigenen Haustür.

Was bleibt, ist den Mitbürgern andere Möglichkeiten der Gartengestaltung aufzuzeigen. Solche, die gleichzeitig pflegeleicht und ökologisch sinnvoll sind. Bei der Planung des Gartens und der Außenanlagen rund ums Haus können Schottergärten getrost ignoriert werden, einen geringen Arbeitsaufwand mit ökologischen Aspekten kombinieren ist gar nicht so schwer. Es lohnt sich für unsere Umwelt.

Das eigene „Stückle“ grün machen – der Heimatbund Calberlah unterstützt dabei gerne mit Beratung.

Karsten Karwehl