Heimatbund Calberlah hilft, alte Schriftstücke zu entziffern

Schauplatz Dachboden: Voll mit alten Papieren in einer Schrift, die keiner lesen kann. Ab in die Tonne, oder lieber doch nicht?

Beim Öffnen vom alten Schrank auf dem Dachboden flattern sie entgegen, Taschenbücher und Schriftstücke. Alt und zerschlissen, mit Flecken und dazu noch unlesbar. So hat man früher geschrieben, lesen kann das keiner und schon gar nicht mehr schreiben, denkt man so bei sich. Also, ab in die Tonne mit dem alten Zeug. Es hört sich zuerst einmal nach einem guten Plan an. Aufräumen fängt mit wegwerfen an, sagt man immer. Aber, vielleicht ist doch unerwartetes für mich mit dabei? Nicht umsonst wurde es lange aufgehoben.

Der Heimatbund Calberlah hilft mit seiner Schreib-Werkstatt, hier werden beide Seiten zusammengeführt. Diejenigen, welche Kenntnisse in den alten Schriften wie Sütterlin oder Kurrent haben und solche, die es erlernen möchten oder ihre Dachbodenfunde in die moderne Schrift umwandeln lassen möchten.

Im Mai hat ein neuer Sütterlin Kurs beim Heimatbund begonnen. Im Kurs werden Schreibübungen in der Sütterlin Schrift durchgeführt und Dokumente wieder lesbar gemacht. Auch können Aufträge zur Umwandlung alter Dokumente in die heutige Schreibweise abgegeben werden, eine Teilnahme am Kurs ist dafür keine Voraussetzung.

Es ist ein buntes Allerlei an Vorlagen zur Bearbeitung an diesem Abend zusammen gekommen. Ein Kochbuch mit Rezepten aus der Kaiserzeit machte Lust auf Kochen wie es damals üblich war, die Postkarte vom liebenden Ehemann an seine Auguste aus dem Jahre 1914 war eine Herausforderung, mit Bleistift geschrieben und nur schwer zu lesen. Da war die Plattdeutsche Geschichte in Sütterlin mit der Bitte, den Text in lesbares Plattdeutsch umzuwandeln und ein Telegramm mit der Todesnachricht eines Verwandten. Letzteres war mit umfangreichen Recherchen über eine Ortsangabe verbunden, oft sind unsere Abende so auch ein Streifzug durch die Geschichte des Landes und der Menschen.