Heimatbund Calberlah – Den Laubfall gelassen hinnehmen

In meiner Kindheit hatten wir in der Herbstzeit immer einen großen Spaß. Wir schichteten hohe Laubhaufen auf, um uns dann mit Schwung schließlich selber darin zu versenken. Oder wir wirbelten die durch den Wind angehäuften Laubberge mit einem beherzten Fußtritt wieder durcheinander, dass die Blätter nur so davon stoben. Hier und da hörten wir einen Laubbesen auf dem Gehweg kratzen und wenn der Wind günstig stand und frisch wehte, öffneten findige Mitbürger ihr Hoftor und entließen die Blätterschar ihres Grundstückes in die Freiheit. Vom Wind getragen, wanderte dann das Laub vom eigenen Hof zum Nachbarn herüber, und umgekehrt. Alles in allem ging man unaufgeregt mit dem Laubfall um. Es war halt da, das Laub.

Heute sind Laubsauger im Besitz vieler Grundstücksbesitzer und dröhnen an sonnigen Herbsttagen um die Wette. Vorbei ist es mit der Herbstidylle, die goldenen Tage im Oktober verblassen im Lärm und im Gestank von Abgasen der Maschinen mit dem langen Rüssel. Energisch wird Blatt für Blatt abgesaugt, die Geräte sollen ja die unangenehme Arbeit erleichtern. Auch der neu verlegte Rollrasen am Gartenzaun zum Nachbarn wird von den Blättern befreit, nicht ohne Groll und mit dem Hinweis an den Nachbarn, dass „sein“ Laub nichts auf dem schönen Grün zu suchen hätte.

In der Gewissheit, dass es morgen wieder genauso wie heute vor dem Beginn der Laubentfernung aussieht, fühlt sich mancher Bürger dabei wie ein Hamster im Rad und es wird manchmal nach Verantwortlichen für diese scheinbar endlose Arbeit gesucht.

Nützlich ist es dennoch, das Laub. Es eignet sich gut zum Mulchen, es schützt den eigenen Garten vor dem Winterfrost und eignet sich, bis auf wenige Ausnahmen, gut zum Kompostieren. Der Igel nutzt es als Quartier und liegen gebliebenes Laub auf den freien Beetflächen verschwindet bis zum Frühjahr durch Kleinlebewesen wie von selbst. Es gibt viele Gründe, die Herbstblätter nicht gänzlich zu verteufeln.

Bleibt noch die Masse an Blattwerk. Hier hilft die Gemeinde Calberlah mit Big Bags zum Befüllen und einem Laubcontainer für die Selbstanlieferung, beides kostenfrei für den Bürger. Der Außendienst der Gemeindeverwaltung verbringt viel Zeit mit der Laubentsorgung, ein guter Dienst für die Dorfgemeinschaft.

Es gibt also gute Gründe, etwas gelassener mit den Laubmengen umzugehen. Trotz Verständnis für die Sorgen und Nöte unserer Mitmenschen in Sachen Goldenes Herbstlaub.

Heimatbund Calberlah, Karsten Karwehl