Steckt unsere Demokratie in der Krise?

Vor welchen Herausforderungen steht unsere demokratische Grundordnung zur Zeit? Wie denken die Bürgerinnen und Bürger über das demokratische System, in dem sie leben und welche wissenschaftlichen Bewertungsansätze gibt es dafür? Diesen und anderen Fragen rund um das Thema „Demokratie“ ging Ulrich Ballhausen, Politikwissenschaftler von der Universität Hannover in seinem Vortrag beim Kreisverband der LandFrauenvereine Gifhorn vergangene Woche im Hotel „Deutsches Haus“ auf den Grund.

Unter Einhaltung der coronabedingten Hygieneregeln war dieser Vortrag einer der wenigen Veranstaltungen, die der Kreisverband in diesem besonderen Jahr abhalten konnte. „Umso mehr freuen wir uns, dass wir dieses für uns und unsere Gesellschaft so bedeutende Thema Demokratie hier und heute in seinen vielfältigen Facetten durch Herrn Ballhausen anschaulich und lebensnah präsentiert bekamen“, resümierte Kreisvorsitzende Ilsemarie Dralle. Ballhausen sensibilisierte die Zuhörerinnen dafür, wie wichtige die politische Bildung ist, damit populistische und radikale Randströmungen möglichst keinen Nährboden in unserer Gesellschaft finden. „Jeder von uns kann im Kleinen etwas bewirken“, stellte Ballhausen klar, dass es nicht nur die große politische Bühne ist, sondern wir alle gefordert sind, in Gesprächen und in Alltagssituationen mutig unsere demokratische Ordnung zu verteidigen. Als einen weiteren entscheidenden Faktor nannte er die Bedeutung der Wahlen nicht zu vergessen. So nütze eine niedrige Wahlbeteiligung nur den radikaler gesinnten Randgruppen und es müssen alle sozialen Schichten in den politischen Meinungsbildungsprozess eingebunden werden. Schließlich müsse Demokratie „immer wieder gelernt, aber auch gesichert und verteidigt werden“, wie Oskar Negt zitiert wurde.