Viele Ehrungen bei der Hauptversammlung der Kreisjägerschaft Peine

„Jäger helfen aktiv, ein Gleichgewicht in der Kulturlandschaft zu schaffen“

PEINE. Was lange währt, wird endlich gut: Revierinhaber dürfen rückwirkend seit 1. Januar 2020 Schalenwild – dazu gehören im Peiner Land Dam- und Rehwild sowie Wildschweine – nach Unfällen bergen, entsorgen und dafür 75 Euro Aufwandsentschädigung berechnen, das auf Bundes-, Landes-, Kreis- und den meisten Gemeindestraßen im Landkreis Peine zu Tode kommt. „Um die Abwicklung zu vereinfachen, gilt das erarbeitete Antragsformular für alle Straßenformen. Diese Vereinbarung wurde mit der Verwaltung getroffen“, sagte Kreisjägermeister Hans Werner Hauer bei der Jahreshauptversammlung der Jägerschaft des Kreises Peine im Saal der Schützengilde. Rund 200 Jäger kamen. Zuvor fand die Hegeschau statt.

Ausgenommen sind die Edemisser und Hohenhamelner Gemeindestraßen, die eigene Regelungen haben. „Gerade nachts und am Wochenende sind die Revierinhaber die richtigen Ansprechpartner für die Bergung von im Straßenverkehr zu Tode gekommenem Schalenwild“, so Hauer weiter.

Er informierte auch darüber, dass Schwarzwild mittlerweile in nahezu allen Revieren vorkomme. Milde Winter und immer mehr Maisanbauflächen hätten dafür gesorgt, dass Schwarzwild Deckung und reichlich Nahrung bekäme und sich deshalb zunehmend vermehrt habe. Insgesamt 598 Wildschweine kamen 2019/2020 zur Strecke, im Vorjahreszeitraum waren es 544. Beim Rehwild stiegen die Zahlen auf 1648 gegenüber 1437 Stück im Vorjahreszeitraum.

Den Grundsatz des Bundesumweltministeriums „Wald vor Wild“ mit Blick auf die Klimadebatte und Leitlinien für den Waldumbau könnten Jäger nicht akzeptieren, denn: „Jagd ist ein wichtiges Instrument im Waldumbau und Jäger helfen aktiv, ein Gleichgewicht in der Kulturlandschaft zu schaffen“, sagte Hauer.

 Die stellvertretende Landrätin Doris Meyermann bekräftigte, dass der Jagd eine regulierende und ordnende Funktion zukäme. Jäger wüssten, dass sie von der Natur abhängig seien und Jagd, Hege sowie Pflege in direktem Zusammenhang ständen. „Jagd gehört zu den ursprünglichsten Tätigkeiten der Menschheitsgeschichte und ist älter als der anatomisch moderne Mensch“, sagte Klaus Saemann, Bürgermeister der Stadt Peine. „Jagd ist nachhaltige Nutzungsform und angewandter Naturschutz“, machte Saemann deutlich. Die Jäger seien sich ihrer Verantwortung gegenüber dem Wild bewusst.

„Landwirtschaft und Jagd gehören untrennbar zusammen und haben ein vitales Interesse gut zusammenzuarbeiten, was nicht jedem politisch Verantwortlichen klar ist“, sagte Kreislandwirt Wilfried Henties. Jürgen Ziegler, stellvertretender Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, sprach wichtige Änderungen des Waffengesetzes und die Priorität Sicherheit bei der Jagdausübung und dem Umgang mit der Waffe an. Er machte deutlich, dass Schalldämpfer und Nachtsichtoptik zwar größeren Spielraum bei der Jagd gäben, zugleich dem Wild aber unbedingt Ruheräume gelassen werden müssten.

Jägerschaftsvorsitzender Hagen Lange hatte Zahlen parat: Im Landkreis Peine gebe es rund 50 000 Hektar bejagbare Fläche in 100 Revieren und sechs Hegeringen. Von den derzeit 963 Mitgliedern der Jägerschaft seien 114 Frauen, also zwölf Prozent. „Landesweit beträgt der Frauenanteil nur sieben Prozent“, so Lange. Auch die Durchfallquote beim Erwerb des Jagdscheins sei mit durchschnittlich vier Prozent im Mehrjahreszeitraum in Peine „viel niedriger“ als mit bundesweit 19 Prozent. „Wir haben hervorragende Fachleute und die Qualität unserer Ausbildung hat ein hohes Niveau“, fügte Ausbildungsleiter Dr. Jörg Heide hinzu.

„Wir können davon ausgehen, dass der Wolf zur Fauna unseres Landkreises gehört“, so Wolfsberater Lüder Richter. Zwar gebe es noch keinen Nachweis für ein territoriales Wolfspaar, doch Einzelwölfe seien schon mehrfach festgestellt worden. Sechs Sichtungen und Fährtennachweise, drei Wildtierrisse und einen Nutztierriss habe es in diesem Jagdjahr gegeben.

Birthe Kußroll-Ihle

Die Geehrten der Kreisjägerschaft Peine:

 40 Jahre:  Henning Bartels und Edgard Jakubowski (beide Lengede), Rainer Bielenberg und Dieter Tams (beide Braunschweig), Hermann Borchers (Klein Lafferde), Rudolf Bösche, Hans Werner Hauer und Henning Voges ( Wendeburg), Thomas Helms und Gert Lindemann (beide Hohenhameln), Michael Schmidt (Wolfenbüttel), Wolfgang Hühner und Fritz Lehmberg (Vechelde), Hans-Joachim Jesussek (Equord), Jörg Kossak (Ilsede), Wolf-Rainer Schubert (Klein Solschen), Günter Strube (Equord) und Walter Frede (Edemissen).

50 Jahre:  Dr. Hans-Georg Betz (Schwicheldt), Siegfried Dröse (Woltorf), Werner Grobe (Wipshausen), Joachim Hansmann (Meerdorf), Otto Köhler (Hohenhameln), Wilhelm Lege und Karl-Heinz Lindemann (Münstedt), Otto Peyers (Bekum) und Gustav Schmidt (Stederdorf).

 60 Jahre: Willi Cordes (Wendeburg) und Klaus Schneider, (Hohenhameln).

 65 Jahre: Richard Hauer (Wendeburg) und Hans-Carsten Thies (Peine).

LJN-Verdienstabzeichen in Bronze: Daniela Meitzner (stellv. Bläserobfrau Bläserkorps Peine)

 Die DJV-Wildhegespange erhalten: Achim Deyerling (Clauen) und Axel Behrens (Ohlum)

 Naturpfleger-Verdienstabzeichen der Landesjägerschaft: Dirk Dröse (Mehrum).

Neu eingeführte Ehrennadel in „Silber“ Lernort Natur vom DJV: Udo Fiesel, Rolf Meine, Reinhard Schwenke und Reinald Schmidtke.

Bläserjahresnadel 40 Jahre aktives Jagdhornblasen in „Gold“: Michael Schmidt (Bläserkorps Peine).

Bläsernadel 10 Jahre in „Silber“:  Stefan Knurr, Ekkehard Emersleben, Achim Deyerling und Claus Geldner.

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Die Geehrten der Kreisjägerschaft Peine bei der Jahreshauptversammlung im Saal der Schützengilde Peine (beim Fototermin anwesend):

(1. Reihe v. l.): Otto Köhler (50 Jahre), Claus Geldner und Stefan Knurr.

(2.  Reihe v. l.): Achim Deyerling und Daniela Meitzner.

(3. Reihe v. l.): Hans-Carsten Thies und Richard Hauer (beide 65 Jahre)

(4. Reihe v. l.): Michael Schmidt, Siegfried Dröse und Dirk Dröse.

(5. Reihe v. l.): Joachim Hansmann und Wolf-Rainer Schubert.

(6. Reihe v. l.): Otto Peyers und Karl-Heinz Lindemann (beide 50 Jahre).

Rolf Meine, Dr. Hans-Georg Betz (50 Jahre), Udo Fiesel und Reinhard Schwenke.

Foto: Birthe Kußroll-Ihle